25.04.2014 | 07:27 UHR

BÖRSENLEXIKON

Druckversion

Unser Börsenlexikon erklärt Ihnen die wichtigsten Begriffe aus den Bereichen Derivate, Aktien , Fonds, Anleihen, Devisen.

SELEKTION

Dachfonds

(auch: Fund of Funds genannt). Dies sind Investmentfonds, die ihr Fondsvermögen wiederum in anderen Fonds anlegen. Auf diese Weise kann eine besonders breite Risikostreuung erzielt werden.

Damnum

Differenz aus dem Nominalbetrag einer Forderung oder eines Darlehens und den tatsächlich an den Kreditnehmer ausgezahlten Betrag.

Dart Optionsschein

Ein Dart Schein gehört zu den exotischen Optionsscheinen. In den Optionsschein-Bedingungen sind mehrere Kursspannen (Ranges) vereinbart. Für jeden Tag, an dem der Bezugswert in einer dieser Spannen bleibt, erhält der Besitzer des Optionsscheines eine Auszahlung, die in den Optionsschein-Bedingungen festgelegt ist (z.B.: 5 Cent für die erste Range, 10 Cent für die zweite Range usw.).

DAX ®

An der Frankfurter Aktienbörse ermittelter Börsenindex. Er wird aus den Kursen der 30 umsatzstärksten deutschen Aktien berechnet und ist der meistbeachtete Indikator für die Kursentwicklung des deutschen Gesamtmarktes.

Deflation

Volkswirtschaftliches Phänomen von fallenden Preisen und sinkender Wirtschaftsleistung. Gegenteil: Inflation. (Siehe auch: Stagflation).

Delivery

Erfüllung eines Terminkontraktes durch tatsächliche Lieferung.

Delta

Kennziffer, die angibt, um wie viel sich der Preis eines Optionsscheins ändert, wenn sich der Kurs des Basiswertes um eine Einheit ändert. Das Delta kann beim Call Werte zwischen 0 und 1 oder anders ausgedrückt zwischen Null Prozent und 100 Prozent annehmen. Das Delta eines Put liegt zwischen 0 und -1 (oder Null Prozent und -100 Prozent) annehmen. Beispiel: Hat ein Optionsschein auf eine X-Aktie ein Delta von 50 Prozent, dann würde ein Kursanstieg der Aktie von 1 Euro den Schein um 50 Cent teurer machen.

Depositary Receipts

Depositary Receipts sind Wertpapiere, die als Ergänzung zu echten, von einer Partnerbank im jeweiligen Land gehaltenen Aktien, die Kursbewegungen und Dividendenzahlungen für (meist institutionelle) Anleger reproduzieren, die selbst nicht in den Markt eintreten möchten oder dürfen.

Depot

Konto bei einer Bank, auf dem der Bestand der Wertpapiere von der Bank verwaltet wird.

Depotbank

Eine Fondsgesellschaft darf das bei ihr angelegte Geld nicht selbst verwahren, sondern muss damit eine unabhängige Depotbank beauftragen. Damit sind Verwaltung und Verwahrung des Fondsvermögens in verschiedenen Händen, die sich gegenseitig kontrollieren. Zu den Aufgaben der Depotbank gehören unter anderem die Wertfeststellung des Fondsvermögens, um den Anteilspreis zu ermitteln. Die Fondsgesellschaft bezahlt an die Depotbank für die Verwahrung des Fondsvermögens Gebühren, die im Anteilspreis enthalten sind.

Depotbankgebühr

Gebühr die eine Fondsgesellschaft an ihre Depotbank für die Verwahrung der Fondsvermögen entrichtet. Sie wird direkt aus dem jeweiligen Fondsvermögen bezahlt und ist somit im Anteilspreis bereits enthalten.

Depotgebühr

Gebühr, die ein Anleger an ein Kreditinstitut oder eine Fondsgesellschaft für die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und/oder Fondsanteilen zahlt.

Derivate

Derivate werden auch als derivate Finanzinstrumente oder derivate Produkte bezeichnet. Derivate sind keine eigenständigen Anlageinstrumente, sondern beziehen sich auf sogenannte Basisinstrumente (Underlyings), wie zum Beispiel Aktien, Anleihen, Rohstoffe. Der Preis eines Derivates ist daher immer abhängig vom Kurs des Basisinstrumentes. Mit dem Erwerb von Derivaten erwirbt der Anleger das Recht oder auch die Verpflichtung auf den Kauf oder Verkauf des Basisinstrumentes zu einem vereinbarten Zeitpunkt und zu festgelegten Konditionen. Zu den Derivaten zählen Futures, Optionen, Swaps u.ä.

Designated Sponsor

auch: Market Maker
Designated Sponsors heißen die Market Maker der Frankfurter Wertpapierbörse. Sie garantieren während einer Börsensitzung die fortwährende Handelbarkeit von Wertpapieren, gleichen temporäre Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage aus und sorgen damit für bessere Liquidität. Sie müssen während der gesamten Handelszeit erreichbar sein, ihre Quotes müssen ein Mindestvolumen haben und dürfen eine maximale Geld-Brief-Spanne nicht überschreiten. Designated Sponsors werden von den jeweiligen Unternehmen beauftragt und vornehmlich bei umsatzschwachen Wertpapieren eingesetzt.

Deutsche Terminbörse (DTB)

Die DTB war eine von 1990 an in Deutschland betriebene Börse für Options- und Futuregeschäfte auf Aktien, Indizes u.a.- mit Sitz in Frankfurt. Nach Fusion mit der Schweizer Terminbörse (1998) in EUREX umbenannt.

Devisen

Abgrenzend von den Sorten (Begriff für die im Umlauf befindlichen Fremdwährungs-Banknoten und -Münzen) beschreibt der Begriff Devisen alle Forderungen auf Fremdwährungen.

Devisen-Option

Optionsgeschäft, welches zum festgelegten Zeitpunkt dem Inhaber der Option die Möglichkeit einräumt, eine definierte Währung zu einem fixierten Preis zu erwerben. Hierzu besteht keine Verpflichtung, die Option erlischt dann wertlos am Verfallstag.

Devisenkassageschäfte

Devisenkassageschäfte sind innerhalb des Devisenhandels Geschäfte, bei denen die Währungen zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses getauscht werden. In der Praxis erfolgt dieses zwei Tage später. Das Gegenteil davon sind Devisentermingeschäfte, bei denen dem Käufer die Devisen erst zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung stehen.

Devisenoptionsgeschäft

Bei Devisenoptionsgeschäften erwirbt der Käufer das Recht, an einem bestimmten Tag oder auch innerhalb einer bestimmten Frist einen bestimmten Betrag in einer Währung zu einem festgelegten Preis zu kaufen bzw. zu verkaufen. Hier wird nach Kauf- und Verkaufsoptionen unterschieden.

Devisentermingeschäfte

Devisentermingeschäfte sind innerhalb des Devisenhandels Geschäfte, bei dem der Tausch von gehandelten Währungen zu einem bestimmten Termin in der Zukunft vereinbart wird. Der Devisenkurs (Terminkurs) wird bereits bei Geschäftsabschluss vereinbart. Das Gegenteil davon sind Devisenkassageschäfte, bei denen dem Käufer die Währungen sofort zur Verfügung stehen (in der Praxis zwei Tage nach dem Kauf.)

Differenzausgleich

(auch: Barausgleich oder Cash Settlement). Bei einem Barausgleich findet mit der Optionsausübung kein Erwerb bzw. keine Veräußerung des Basiswertes statt. Hier wird der Differenzbetrag zwischen Basispreis und aktuellem Marktwert des Basiswertes an den Optionsscheininhaber ausgezahlt. Bei Indexoptionsscheinen ist das immer der Fall - Wer kann schon einen Index liefern?

Digital-Optionsschein

Ein exotischer Optionsschein, der eigentlich gar nicht so exotisch ist, da er recht einfach strukturiert ist. Bei einem Digital-Optionsschein ist eine Barriere festgelegt (entweder eine Bandbreite oder eine Ober- bzw. Untergrenze). Es kann entweder vereinbart sein, dass der Anleger nur dann einen bestimmten Betrag ausbezahlt bekommt, wenn der Kurs des Basiswertes diese Barriere während der Laufzeit (amerikanische Option) oder am Verfalltag (europäische Option) durchschreitet. Oder aber es ist vereinbart, dass der Anleger nur dann eine Auszahlung erhält, wenn diese Barriere nicht durchschritten wird. In beiden Fällen gibt es bei der Auszahlung nur zwei Varianten (daher das Wort: Digital): Entweder man bekommt den festgelegten Betrag ausgezahlt, oder der Optionsschein verfällt wertlos. Man unterscheidet europäische Digital-Optionsscheine (Binär-, Simplex-Optionsscheine) und amerikanische Digital-Optionsscheine (Hit-Optionsscheine).

Direktbanken

Banken ohne Filialen, die ihre Geschäfte - unabhängig von Schalteröffnungszeiten - vor allem via Telefon oder Fax aber auch über das Internet abwickeln. Da diese Banken ihre Dienstleistungen ohne individuelle Anlageberatung anbieten, sind ihre Gebühren günstiger als bei herkömmlichen Kreditinstituten. Direktbanken bieten seit einigen Jahren auch Investmentanteile zahlreicher Kapital-Anlagegesellschaften an. Zum Teil gewähren die Direktbanken bei diesen Fonds einen vollständigen oder reduzierten Rabatt auf die Ausgabeaufschläge, wie beispielsweise die Direktanlagebank.

Dirty Price

Aktueller Anleihenkurs, der beim Kauf effektiv zu bezahlen ist. Er beinhaltet den clean price zusätzlich anteiliger Stückzinsen seit der letzten Zinsausschüttung.

Disagio

Abgeld bei Wertpapieren. Der Betrag, um den der Ausgabepreis bei der Neuausgabe von Wertpapieren deren Nennbetrag unterschreitet bzw. der Betrag, um den der Börsenkurs (z. B. einer geschlossenen Länderfondsaktie) den inneren Wert unterschreitet. Gegensatz: Agio

Discount

(engl. für: Rabatt/Preisnachlass) Bei einem Discount-Zertifikat wird dem Inhaber ein Discount auf den zugrundeliegenden Basiswert gewährt. Diesen Nachlass, der einen zusätzlichen Risikopuffer darstellt, muss der Inhaber mit einer Beschränkung der Gewinnmöglichkeiten (siehe auch: Cap) "bezahlen". Die Ausgestaltung von Discount Zertifikaten ist unterschiedlich und bedarf einer genauen produktspezifischen Betrachtung.

Discount-Broker

Finanzdienstleister, die niedrigere Gebühren als allgemein banküblich für die Abwicklung von Wertpapieraufträgen berechnen. Nachteilig ist, dass der Kunde in der Regel auf Beratungen verzichten muss.

Discount-Zertifikat

(auch: BLOC) Ein Discount Zertifikat gewährt, wie der Name sagt einen Abschlag auf den eigentlichen Preis des Basiswertes, z.B. einer Aktie. Dieses verbilligte Kaufniveau, beinhaltet aber eine Partizipationsgrenze, das so genannte Cap, bis zu der Anleger von Kurssteigerungen profitieren. Fällt der Basiswert, so mindert der Discount, als Puffer, die Verluste. Das Discount Zertifikat eignet sich vor allem in Märkten mit geringen Schwankungen. Die Ausgestaltung der Produkte ist dabei vielfältig, und können Aktien oder Indizes zur Basis haben. Auch die Höhen von Discount und Cap sind vielfältig und macht das Discount Zertifikat zu einem Anlageprodukt für Investoren jeglicher Risikostruktur.

Diskontsatz

Zinssatz zur Refinanzierung von Geschäftsbanken durch die Zentralbank. Die Geschäftsbanken verkaufen Wechsel, die ihre Kunden ausgestellt haben, an die Zentralbank. Der Diskontsatz gilt neben dem Lombardsatz als wichtigster Leitzinssatz der (europäischen) Zentralbank und hat maßgeblich Einfluss auf die Steuerung der Geldmenge.

Diversifikation

Streuung/Aufteilung einer Kapitalanlage über eine Reihe von Ländern, Branchen oder Firmen unterschiedlicher Größe. Durch Diversifikation kann das Risiko einer Anlage erheblich reduziert werden.

Dividende

Die Dividende ist ein Teil des Gewinns der Aktiengesellschaft und wird in der Regel ein mal jährlich an die Aktionäre des Unternehmens ausgeschüttet. Berechnet wird die Dividende pro Aktie, indem der gesamte ausgeschüttete Gewinn des Unternehmens durch die Anzahl der vorhandenen Aktien geteilt wird. Das Unternehmen kann die Höhe der Dividende selbst bestimmen. Bei einer schlechten Geschäftsentwicklung kann es durchaus sein, dass die Dividende nicht ausgezahlt wird. Die Dividende wird von der Hauptversammlung nach Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen.

Dividendenabschlag

Am Tag der Dividendenzahlung wird bei der betreffenden Aktie der Dividendenabschlag abgezogen. Dadurch ermäßigt sich der Kurswert der Aktie rein rechnerisch um die Dividendenhöhe. Auf dem Kurszettel wird der Kurszusatz "ex Dividende" notiert.

Dividendenkontinuität

Generell das Bestreben eines Unternehmens fortlaufend eine Dividende an die Anteilseigner auszuschütten. Dabei wird in "guten" Jahren eine Rückstellung gebildet, um die Kontinuität in "schlechten" Jahren zu gewährleisten.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ergibt sich aus der geschätzten Dividende je Aktie (in der Regel zwei Geschäftsjahre im Voraus), dividiert durch den aktuellen Kurs multipliziert mit 100.Neben den erhofften Kursgewinnen ist dies die zweite Ertragskomponente bei Aktienkäufen.

DJIA

(= Dow Jones Industrial Average Index). Wichtigster US-amerikanischer Aktienindex für die 30 größten US-amerikanischen Industrieunternehmen ("Blue Chips").

Double-Lock-Out Warrants

Gehört zu den exotischen Optionsscheinen. Hier wird eine feste Spanne (Knock-out-Schwelle) definiert, innerhalb der der Basiswert während der Laufzeit verbleiben muss. Wenn dies passiert, dann erhält der Inhaber einen vorher festgelegten Geldbetrag ausbezahlt. Wenn nicht, dann ist der Optionsschein wertlos. Eignet sich nur für Anleger, die eine sehr ruhig verlaufende Seitwärtsbewegung erwarten.

Dow Jones Index

Eigentlich: Dow Jones Industrial Index. Vom Dow Jones Verlag begründeter Aktienindex der 30 größten US-amerikanischen Industriewerte. Wichtigster Aktienindex an der New Yorker Börse (NYSE). Einen weiter gefassten Index für den US-amerikanischen Aktienmarkt bietet Standard & Poors mit dem S & P 500.

Dow Jones Stoxx 50

Der Dow Jones Stoxx 50 ist ein Aktienindex, der die 50 größten europäischen Unternehmen beinhaltet. Der Index wurde Anfang 1998 gemeinsam von der Deutschen Börse, der Pariser Börse, der Schweizer Börse und Dow Jones eingeführt.

Down-And-In-Call

Der Down-And-In-Call ist eine sogenannte Barrier-Call-Option, die erst aktiv wird, wenn eine vorgegebene Barriere berührt bzw. unterschritten wird. Im Unterschied zur klassischen Call-Option ist hier zusätzlich eine Knock-In-Schwelle eingebaut.

Down-And-In-Put

Der Down-And-In-Put ist eine sogenannte Reverse-Barrier-Put-Option, die erst aktiv wird, wenn eine vorgegebene Barriere berührt bzw. unterschritten wird. Im Unterschied zur klassischen Put-Option ist hier zusätzlich eine Knock-In-Schwelle eingebaut. Er kann z.B. Bestandteil von Bonuszertifikaten mit Cap oder Protect-Aktienanleihen sein.

Down-And-Out-Call

Der Down and Out Call ist ein Knock-Out-Optionsschein und zählt zu den Barrier Warrants, der neben dem Basispreis auch mit einer Barriere ausgestattet ist. Dieser Optionsschein verfällt schon vor Fälligkeit, wenn der Kurs des Basiswertes ein bestimmtes Niveau erreicht (in diesem Fall unterschreitet). Ansonsten funktioniert alles, wie beim normalen Optionsschein. Der Inhaber ist berechtigt, ein bestimmtes Gut zu einem vorher bestimmten Termin zu einem vorher vereinbarten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Siehe auch: Knock-Out Option.

Down-And-Out-Put

Der Down-And-Out-Put ist eine sogenannte Reverse-Barrier-Put-Option, die verfällt, wenn eine vorgegebene Barriere berührt oder unterschritten wird. Im Unterschied zur klassischen Put-Option ist hier zusätzlich eine Knock-Out-Schwelle eingebaut. Er ist Bestandteil von Strukturierten Produkten wie Bonuszertifikaten.

DTB

(Abkürzung für: Deutsche Terminbörse) Die DTB war eine von 1990 an in Deutschland betriebene Börse für Options- und Futuregeschäfte auf Aktien, Indizes u.a. mit Sitz in Frankfurt. Nach Fusion mit der Schweizer Terminbörse (1998) in EUREX umbenannt.

Duration

Die Duration beschreibt die mittlere Kapitalbindungsdauer. Weil der Anleger sein eingesetztes Kapital schneller wiederbekommt, besitzen Anleihen mit einem hohen Zinskupon eine geringere Duration als niedrigverzinsliche Papiere. Indirekt beschreibt damit die Duration auch, wie Zinsänderungen den Preis einer Anleihe oder eines Anleihe-Portfolios beeinflussen. Mit Hilfe der modifizierte Duration kann die Stärke der Kursänderungen der Anleihe auf Veränderungen des Marktzinses gemessen werden. Die Duration wird deshalb auch als Maß für das Risiko eines Anleihen-Portefeuilles verwendet. Mit Hilfe der modifizierten Duration kann gemessen werden, wie stark der Kurs einer Anleihe auf eine Änderung des Marktzinses reagiert.